isharegossip: Mobbing im Internet wird leider immer einfacher

isharegossip führt zu massivem Mobbing unter Schülern. Die Anzahl der Mobbingopfer der Plattform nimmt rasant zu. Eine Sperrung lässt auf sich warten.

Obwohl ich wirklich viel im Internet unterwegs bin und eine Vielzahl an Webseiten kenne, muss ich gestehen, dass ich bis vor wenigen Tagen noch nie etwas von isharegossip gehört hatte. Das Lästerportal, scheint über einen enorm hohen Bekanntheitsgrad zu verfügen - allerdings nur in bestimmten Kreisen.

Schüler lästern ohne Ende

Es sind vorrangig Schüler, die isharegossip kennen und auf der Plattform aktiv sind. Sie scheinen mit isharegossip die perfekte Plattform gefunden zu haben, um ihren Lästereien nachzugehen. Im Grunde ist das Lästern keine Neuigkeit an deutschen Schulen. Allerdings erreicht es mit Hilfe dieser Website ein neues Ausmaß. Die Plattform basiert nämlich auf einem ganz simplen Prinzip: Die User können anonym lästern - der Plattformbetreiber verspricht sogar eine Anonymität von 110 Prozent.

Weil man auf der Plattform lästern bzw. richtig derb über andere Herziehen kann, scheint das Interesse enorm groß zu sein. Viele Schüler nutzen die Möglichkeit, um sich über Klassenkameraden lustig zu machen. Nun könnte man meinen, dass eine solche Plattform nicht weiter schlimm ist - solange sich dort niemand umsieht, kann auch kein Schaden entstehen. Doch genau dies ist der Punkt. Das Mobbing schlägt voll und ganz durch: Die Opfer wissen, wo über sie gelästert wird. Gerade den jungen Menschen fällt es schwer, sich gegenüber dieser Seite zu verschließen. Es wurde bereits von Schülern und Schülerinnen berichtet, die in ihrer ganzen Freizeit fast nichts anderes machen, als auf isharegossip nach negativen Beiträgen über sie zu suchen.

Bekannt wurde die Plattform, als es vor wenigen Tagen zu einer üblen Schlägerei kam. Ein Schüler wollte Personen bloßstellen, die auf der Plattform über eine Freundin gelästert haben. Anstatt ihre Fehler einzusehen, ging eine ganze Horde junger Menschen auf den Schüler los, der mit schwerer Schädelverletzung in ein Krankenhaus geliefert wurde. Mehr Infos zu diesem Fall gibt es bei Spiegel Online.

Erwachsene Mobbingopfer sind vor allem Lehrer

Doch nicht nur Schüler werden auf isharegossip zu Mobbingopfern. Wenn Schüler lästern, dauert es meist nicht lange, bis es um Lehrer geht. Auch über Lehrkräfte wird auf der Plattform hergezogen. Üble Beschimpfungen und die Veröffentlichung von Fotos sind Gang und Gebe bei isharegossip.

Wie die Lehrer zu diesem Thema eingestellt sind, ist wieder ein eigenes Thema. Ihnen dürfte es leichter fallen, Abstand von der Plattform zu nehmen. Aber mit Sicherheit wird es einige Lehrer geben, die mit dem Mobbing nicht klar kommen und ebenfalls unter enormem Stress stehen.

Eine Indizierung der Plattform hilft nur bedingt

Mittlerweile beschäftigt man sich auch in den Reihen der Politik mit isharegossip und dem Mobbing, das auf der Plattform betrieben wird. Die Indizierung der Seite wurde bereits angekündigt. Sie hätte zur Folge, dass die Lästerplattform bei Suchmaschinen wie Google, Yahoo, Bing etc. nicht mehr gelistet ist. Alles in allem wäre eine solche Indizierung jedoch nur ein Teilerfolg: Die Seite selbst würde weiterhin existieren (eine Abschaltung, wie sie beispielsweise von vielen Eltern gefordert wird, lässt sich nicht so leicht durchsetzen). Folglich kann allen Opfern des Mobbings nur dazu geraten werden, der Plattform möglichst keine Bedeutung zuzumessen. Je weniger dort nachgesehen wird, desto bedeutungsloser ist sie. Die Mobbing Zentrale macht sich übrigens schon länger gegen das Projekt stark. Inwiefern man bereits Erfolge erzielen konnte, ist mir allerdings nicht bekannt.