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Duzen oder Siezen – was ist im Business angebracht?„Du“ oder „Sie“? Diese Frage stellt sich in Beruf und Privatleben immer wieder. Wann sie jemanden duzen dürfen, und wann das distanziertere „Sie“ angebracht ist, erfahren Sie hier.Grundsätzlich und als Faustregel gilt: Der Ranghöhere kann dem Rangniederen das Du anbieten. Nie umgekehrt. Unter gleichrangigen Kollegen ist es am dienstälteren Mitarbeiter, das Du anzubieten. Allerdings darf ein Du auch abgelehnt werden. Etwas unangenehmer kann es sein, sollte ein Kollege oder gar Kunde auf die Idee kommen, Sie ungefragt zu duzen. Einerseits besteht die Möglichkeit, dass es in Ihrer Branche oder dem Unternehmen üblich ist. Vor allem im IT-Bereich, in der Modebranche, unter Designern, in der Werbung und bei Beratungsfirmen ist das Du Gang und Gäbe. Im Finanzbereich und der Automobilbranche hingegen ist des Sie üblich. Möglich wäre es allerdings auch, dass Ihr Gegenüber schlichtweg seine Grenzen überschreitet. Ist es Ihnen unangenehm, geduzt zu werden, dürfen Sie es ruhig höflich aber bestimmt ablehnen. Überlegen Sie sich das allerdings gut, wenn Sie neu in den Kreis zukünftiger Kollegen eingeführt werden. Ein Du demonstriert hier oft Zusammengehörigkeit. Und Sie wollen sich doch nicht von vorn herein unbeliebt machen, oder? Sind Sie hingegen neu, und wissen noch wenig über die Gepflogenheiten im Unternehmen, sind Sie mit dem Sie auf der sicheren Seite. Warten Sie, bis Sie mitbekommen haben, wie die Mitarbeiter sich untereinander ansprechen, oder fragen Sie einfach nach. „Wie wollen wir es mit der Anrede halten?“ ist beispielsweise eine neutrale Formulierung, die Ihren Kollegen die Möglichkeit gibt, sich zwischen Du und Sie zu entscheiden. Das Angebot zu einem Du stellt immer auch ein Vertrauensangebot dar. Sollten Sie aus wichtigen Gründen trotzdem lieber beim Sie bleiben, empfiehlt es sich, sensibel vorzugehen. Bringen Sie Ihre Freude über das Angebot zum Ausdruck. Erklären Sie jedoch, warum Sie auf das Du lieber verzichten möchten. Gerade unter gleichaltrigen Kollegen, in etwa derselben Position, ist es oft einfacher, sich zu duzen. Dies baut Barrieren ab und führt zu einem ungezwungenen Arbeitsklima. Dies mag wohl auch einer der Gründe dafür sein, dass gerade in Branchen mit flachen Hierarchien und im kreativen Bereich eine regelrechte Duz-Kultur entstanden ist. Ein Du ist allerdings nicht zwangsläufig mit Freundschaft gleichzusetzen. Obwohl es eine gewisse Vertrautheit demonstriert, sollten Sie sich davor hüten, dies zu überinterpretieren. Nutzen Sie auf keinen Fall diese scheinbare Offenheit, um allzu private Dinge unüberlegt preiszugeben oder mit den Kollegen über Chefs oder andere Personen, die sich außerhalb Ihrer „Duz-Gruppe“ bewegen zu klatschen. Ein Sie hingegen schafft Distanz und gewährt eine gewisse Diskretion. Im Kontakt mit Kunden und Vorgesetzten kann es daher sehr angeraten sein, immer das Sie zu nutzen. Sind Sie neu in einem Unternehmen, und haben bereits Führungsverantwortung, bieten Sie daher auf keinen Fall ihren Mitarbeitern das Du an, bevor Sie sich nicht mit der Firmenkultur vertraut gemacht haben. Ein Du wieder zurückzuziehen, ist sehr unhöflich, und galt früher als schwere Beleidigung. So extrem wird das heute nicht mehr gesehen, doch sollten Sie diesen Schritt, wenn irgend möglich, vermeiden. Selbst wenn Sie befördert werden und zum neuen Vorgesetzten aufsteigen: Bleiben Sie möglichst beim Du, alles andere wirkt aufgesetzt oder gar arrogant. Peinlich kann es werden, wenn Ihnen der Chef bei einer Betriebsfeier in bester Schnapslaune das Du angeboten hat. Beharren Sie nicht darauf. Am nächsten Morgen sollten Sie ihn trotzdem wieder siezen. Gegebenenfalls wird er Sie dann darauf aufmerksam machen, dass Sie beim Du waren. Doch das ist eher unwahrscheinlich, und sollte auch von Ihrer Seite nicht direkt angesprochen werden. In den letzten Jahren hat es sich in einigen Betrieben durchgesetzt, Mischformen zwischen Du und Sie zu verwenden. Beispielsweise die Kombination des Vornamens mit dem Sie. "Brigitte, kommen Sie bitte einmal?", seltener „Frau Meier, kommst du bitte mal?“ Dies mag für viele recht ungewohnt sein, drückt aber eine balancierte Mischung zwischen höflicher Distanz und Vertrautheit aus. In einem Unternehmen, in dem dies üblich ist, sollten Sie ruhig mitziehen. Kommen Sie hingegen neu zu einer Gruppe hinzu, in der diese Form nicht gebräuchlich ist, sollten Sie vom Gebrauch dieser Mischformen absehen, um Verwirrungen zu vermeiden. "...Der Unterschied zwischen der 2. und 3. Person besteht, wie jeder geübte Schreiber weiß, nicht zwischen unhöflicher und höflicher Anrede, sondern zwischen vertrauter und distanzierter...“ (Duden). Richten Sie sich also nach den Gepflogenheiten in Ihrem Unternehmen und Ihrer Branche. Im Zweifelsfall jedoch stehen Sie mit dem klassischen Sie besser da. |
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